Ludwig-Leichhardt-Gymnasium

Standort
Hallenserstraße 10-11
03046 Cottbus
NF
6.080m²
BGF
9.330m²
BRI
33.180m³

Baukosten
ca. 9,08 Mio €
Planung
2014 –
Realisierung
I.BA 2015 - 2017
Leistungsphasen
1 - 9

Das Leichhardt Gymnasium ist ein in Cottbus häufig anzutreffender Schulbautyp in Plattenbauweise aus den 70iger Jahren. Ein zweigeschossiger zentraler Verwaltungsflügel mit angedockter aufgeständerter Aula wird von zwei viergeschossigen Klassenraumflügeln flankiert. Das Gebäude war nicht nur technisch und energetisch zu erneuern. Es galt Lösungen für Anforderungen an den modernen Schulbetrieb zu finden, Schüleraufenthaltsbereiche zu schaffen und Wegebeziehungen zu reorganisieren. Unter der Aula war ein Multifunktionsraum einzufügen, der als Pausenbereich, für Prüfungen und Klausuren genutzt werden sollte. Die Wertigkeiten der Zugänge wurden revidiert und damit die Außen- und Innenwirkung neu formuliert, die Identität der Schule präzisiert. Der Anspruch der Planung war dabei, interne Raumkonzepte den heutigen Funktionsabläufen anzupassen, die Raumqualität der Klassenräume, Büros und Flure zu erhöhen, natürliches Licht in alle Teile des Gebäudes zu lenken und die Orientierung sowohl im städtebaulichen Kontext als auch innerhalb des Gebäudes zu überdenken.

Der sanierte Schulbau genügt heutigen energetischen Ansprüchen und bietet ein ausgewogenes Verhältnis von notwendiger technischer Gebäudeausrüstung und praktikablen langlebigen Funktionslösungen. Geltende Standards für Barrierefreiheit, dem sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz und den Ansprüchen an eine lernfördernde Raumluftqualität wurden umgesetzt.

Farben und Bänder. Das Leitthema bei der Gestaltung der Fassaden und Innenräume. So wurden aus dem Farbspektrum 18 evidente Farbtöne gewählt und Sequenzen gebildet. In den Bestandsfenstern integrierte Auslässe der Lüftungsanlagen wurden mit einer farblich behandelten Blende versehen, Abbild der Sequenz und endlose Reihung im Farbwechsel. Im Innenraum wurde der chromatische Rhythmus der Fassade aufgenommen. Der entsprechende Farbraum koloriert die Klassenraumtüren und thematisiert weiterführend im Flur durch Bodenstreifen den Rhythmus des kontinuierlichen Bandes. Aus Farbflächen werden in ausgewählten Raumzonen dreidimensionale Faltwerke, die sich aus dem Inneren nach Außen strecken, Verbindungen herstellen und die Hauptzugänge akzentuieren.

Baukonstruktiv wurde darauf geachtet, Eingriffe in die Struktur nur an wenigen Bereichen vorzunehmen. Um Kosten zu begrenzen, galt es intakte Bauelemente zu erhalten oder nur zu ergänzen. Im Zuge des Vorhabens wurden auch die kompletten Außenanlagen neu organisiert und das Verhältnis von Grün- zu versiegelter Fläche überarbeitet, Zonen der Ruhe ergänzt und klar definierte Verkehrsfläche geformt.

Die gesamte Baumaßnahme wurde in mehrere Bauabschnitte unterteilt und während dem laufenden Schulbetrieb realisiert.